was da im Napf landen sollte, könnte oder müsste
Seit Jahrtausenden führen die Menschen auf der ganzen Welt Glaubenskriege – eigentlich geht es doch immer darum, etwas ganz fest zu glauben, eine Meinung durchsetzen zu wollen und womöglich ganz radikal KEINE anderen Ansichten zuzulassen.
Verschwörungstheoretiker gießen dann auch noch Öl ins Feuer (apropos Öl – das gehört auf jeden Fall in den Napf! Welches Öl? Erzähle ich dir gerne in einem Ernährungsgespräch😊)
Dass sich aber die Ernährungsweise unserer geliebten Schlingfresser (Ähnlichkeiten mit pubertierenden Kindern sind rein zufällig) nach Überleben in einem Piranha-Becken anfühlt und man sich womöglich Vorwürfe des zumindest fahrlässigen Vorenthaltens der einzig wahren und gesunden Nahrung nahezu strafbar macht, ist schon wirklich absurd!
Da wird industrielles Futter grundsätzlich absolut verteufelt und die Nase gerümpft – vielleicht auch, während man sich mal schnell eine TK-Pizza reinschiebt, weil das Ausbeinen und Filetieren der Rinderhälfte so lange gedauert hat.
Es wird der Kopf geschüttelt, wenn man seine Rationen (aus Gründen) auch mit ausgewählten Kohlehydraten versieht, denn schließlich hat der Urvater Wolf ja auch nicht an den Getreideähren gelutscht.
Auf GAR KEINEN Fall…
…ist es also ratsam, in der Hundebubble arglos seine Ernährungsgewohnheiten für den Hund kundzutun… während man bei Kaffee und möglicherweise gekauften (pfui) Keksen zusammensitzt.
…darf man unterschätzen, wie hoch emotional das ganze Thema „Hund“ sowieso und die Ernährung besonders besetzt ist. Es tummeln sich so viele ExpertInnen -egal ob online oder echt- die mal so einen kostenlosen Rechner benutzt und nun die Fleischheit mit Löffeln gefressen haben.
…sollte man einfach nur auf den Preis schauen, wenn man ein Hundefutter im Geschäft auswählt.
…ist es klug, sich von den Werbeversprechen und vereinnahmenden Schlagworten der Hersteller blenden zu lassen (jedoch kennt sich die Marketingbranche nicht umsonst richtig gut in menschlicher Psychologie aus! Da passiert es also hin und wieder doch – sei milde mit dir=)).
…macht es Sinn, nur aus Überredung anderer an einer Ernährungsform festzuhalten, die weder dem Hund noch dem Menschen so richtig „schmeckt“.
Auf JEDEN Fall…
…darfst du dir selbst ein Bild machen, was es so auf dem Markt gibt und dich informieren, um als mündiger Hundemensch das richtige Futter für deinen Hund zu finden – ich warne dich aber vor: Es ist mehr als wild!
…solltest du entscheiden, was dir an der Fütterung wichtig ist und was nicht so. Frisch, Bio, genau wissen, was drin ist, praktisch, lange haltbar, gut lagerbar, schnell gemacht usw.
…lässt du sowieso am Ende deinen Hund „entscheiden“. Da wählst du das beste und tollste und teuerste Futter auf dem Markt und dein Hund rümpft* nur die Nase? Oder pupst, dass du eine Gasmaske beim Fernsehen trägst? Oder k…dir Bude voll? Na ja, allerspätestens jetzt solltest du mal über das Futter nachdenken.
…darfst du dir Hilfe holen von Menschen, die sich damit auskennen, weil sie ein wenig mehr in die Materie eingetaucht sind – von mir zum Beispiel😉
…solltest du deinen Hund regelmäßig wiegen und auch sonst genau beobachten und betasten. Wenn dir etwas komisch vorkommt, guck lieber ein Mal mehr hin und frage jemanden, auch mal ein Auge zu werfen.
…darfst du evtl. Gewichtsentgleisungen (meist nach oben) deines Hundes nicht auf die „leichte“ Schulter nehmen – denn die Schultern deines Hundes und auch alle anderen Gelenke etc. tragen dafür umso mehr!
Ooooh nein!
Jetzt habe ich doch tatsächlich die bösen Worte „KEINEN“ und „JEDEN“… benutzt, Mist! Dabei sag ich doch immer „Jeder Jeck is´anders und kein, niemand, immer gibt es so nicht! Es kommt doch drauf an!?
Ja absolut, aber deshalb ist es ja so wichtig, sich ein eigenes Bild zu machen und mit Sinn & Verstand an die Sache zu gehen.
Vor allem, seinen Hund und seinen Alltag im Blick zu haben und danach zu wählen und zu probieren. Es muss in erster Linie dem Hund am besten suuupergut damit gehen und es muss bedarfsgerecht sein (das heißt, dass der Hund die Inhaltstoffe bekommt, die er für seine Körperfunktionen, für die Aktivität, das Fell, die Knochen, das Wohlbefinden braucht. Pasta, äh basta)
Aber was soll denn nun im Napf landen?
Wie viel Zeit hast du gerade?
Also es ist schon eine wirkliche Wissenschaft, das muss man sagen.
Auch wenn „früher auch nur Reste vom Tisch gefüttert wurden und die Hunde steinalt wurden“. Doch die Wissenschaft schläft nicht und kommt andauernd mit neuen Trends um die Ecke. ABER so schlimm wie in der humanen Ernährungs-Galaxie ist es zum Glück dann doch nicht.
Deshalb möchte ich- auch wenn das Leben leider andere Pläne für mich hatte und ich keine geworden bin- die VeterinärmedizinerInnen mit Fachrichtung Ernährung empfehlen, denn sie haben natürlich viel mehr Wissen über die Physiologie und Pathologie der Hunde und können somit noch besser in Einklang bringen, was dein Hund bei Problemen brauchen könnte.
Ich bin Ernährungsberaterin und habe natürlich auch einen Wissensstand, aber ich würde mir niemals anmaßen, in komplizierten Fällen oder als alleinige Lösung meine Menüvorschläge zu propagieren. Immer muss eine veterinärmedizinische Betreuung und am besten ein Austausch stattfinden, wenn dein Hund Leiden irgendwelcher Art hat!
Aber bleiben wir mal allgemein und grundsätzlich
Bedarfsdeckend ist prinzipiell DAS ultimative Kriterium – nur ist es manchmal schwierig, genau das zu spezifizieren– je nach Hund sieht das ganz unterschiedlich aus!
Ein Welpe oder Hund im Wachstum benötigt eine andere Nährstoffverteilung als ein adulter gesunder Hund. Ein sehr aktiver Hund unterscheidet sich von weniger aktiven Hunden- und selbst rassebedingt, also genetisch gibt es so einige Unterschiede. Kranke Hunde sind sowieso anders zu betreuen (s. oben).
Aber wenn ich das jetzt alles verraten würde, wäre ich ja überflüssig, haha.
Nein, natürlich werde ich euch ein paar Brocken hinwerfen (auch mit Kohlehydraten) und euch nicht am langen Arm verhungern lassen. Im nächsten Piggyback gibt’s mehr– da können wir auch mal ein oder zwei Mythen unter die Lupe nehmen. Bleib also hungrig=)
*damit meine ich nicht, dass du dir einen Gourmet heranziehen sollst, der so lange rümpft, bis du dann doch wieder Quark, Käse, Leberpastete als Topping anbietest😉
Take Home Message:
Der Hund lebt nicht von Fleisch allein!