Nasenarbeit ist in aller Munde …

Igitt...

Also die Nase gehört nicht in den Mund und vieles, was der Hund mit seiner Nase findet, auch absolut gar nicht!

Aber das ist auch nicht mit NasenARBEIT gemeint! Was aber viele, (leider sehr viele wie mir scheint) darunter verstehen, hat eben auch nix mit Arbeit, adäquater Beschäftigung, geschweige denn der Intelligenz und Fähigkeiten respektzollenden Auslastung zu tun.

Zu einfach gedacht?

Leckerchen oder Futter direkt vor dem Hund auf die Wiese werfen, den Schnüffelteppich präsentieren oder auch eine Spur von Leckerchen mit 10 cm Abstand im Wohnzimmer auszulegen, ist eine nette Sache, macht Hunden (meistens) Spaß und schmeckt gut. Mehr aber auch nicht.

Daran ist ja auch nichts verwerflich, ist es doch nett und lecker und wer hat sich nicht schonmal ins Schlaraffenland gewünscht, wo die Leckereien einem einfach so in den Mund fliegen?

Man sollte dann nur nicht behaupten, man würde seinen Hund doch mit Nasenarbeit so sehr auslasten und wundert sich dann, warum der trotzdem drinnen und draußen eher unaufhaltsam nervös und aufgeregt ist, nicht zur Ruhe kommt und überall seine Nase reinsteckt.

Ich kann auch mal ein 50 Teile Puzzle machen, oder ein Sudoku, bei dem in jedem Kästchen nur 2 Zahlen zu ergänzen sind, aber macht mich das zufrieden? Strengt das meinen Grips an? Oder lässt es mich milde lächeln und auf andere Herausforderungen freuen?

So stelle ich mir das vor, wenn ein Hund von seinem Menschen erwartungsvoll beim Schnüffeln und Einsammeln beobachtet wird, ihn dann anschaut mit „Jep, war lecker. Und was jetzt?“

Schmeckt gleich viel besser, wenn…

Wir dürfen unseren Hunden ruhig ermöglichen, etwas für ihre Mahlzeit zu tun, sie selbst aufzuspüren, zu erbeuten, zu präsentieren und zu tragen, bevor verdient und zufrieden gemampft wird.

Das ist selbstwirksam, sinnstiftend und befriedigend. Auch wenn ein Hund keinen Hunger mehr leiden und keine Sorge haben muss, dass das nächste Futter erst in ein paar Tagen um die Ecke kommt, so ist es doch ein Bedürfnis der allermeisten Hunde.

Fressen, also die reine Nahrungsaufnahme, ist ein Grundbedürfnis.

Der tatsächliche Nahrungserwerb ist ein wenig weiter oben angesiedelt in der Bedürfnispyramide (s. Piggybacks „Eine Pyramide an Bedürfnissen“), aber dennoch eine Beschäftigung, die Hunde gerne tun und die sie glücklich macht. Ausgeglichen, selbstbewusst, kreativ und stolz. Auch einen Chihuahua oder Herdenschutzhund. Wobei man sich bei letzterem oft ordentlich ins Zeug legen muss, denn für „Kinderkram“ verbraucht dieser schlaue Kerl keine Energie.

Nasenarbeit hat viele Gesichter - äh…Nasen

Wenn ich also von Nasenarbeit spreche, meine ich damit zum einen die Fährtensuche und das Mantrailing. Natürlich auch die Suche eines BeuteBeutels (Futterbeutel / Prey Dummy), das Herausfummeln, -ziehen, -buddeln aus Verstecken und Hindernissen.  

Die Dummy Arbeit gehört auch dazu, denn bevor der Hund apportieren kann, muss er ja mit seiner Nase (und den Augen) den Dummy erstmal finden.

Je nach Persönlichkeit, Wissen, Erfahrungen, Talent, aber auch Schwierigkeiten, zu fordernden und fördernden Skills gestaltet man diese Arbeit. Und wird dann mit zufriedenen und glücklichen Mensch-Hund-Teams belohnt. „Das ist der Weg“ sagt der Mandalorianer – und meine Freude an der Arbeit.

Somit schließt sich der Kreis für mich und auch hoffentlich für dich als Leser und bringt dich womöglich dazu, diese Form der Beschäftigung mal ausprobieren zu wollen…immer hereinspaziert=)

Take Home Message für heute: 

„Wenn mein Hund am Sofa schnüffelt, weiß er:
Ich hab Chips gegessen, Rotwein verschüttet und mich geschämt –
 alles innerhalb von 24 Stunden.“

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