Wie die Nase des Hundes,… Part II

Jetzt wird’s handlicher

Um nun auf die Faszination dieser Geruchswelt, die so viele Wissenschaftler und Menschen allgemein schon beschäftigt hat und noch immer umtreibt, zurückzukommen:

Genau diese Welt, die ich mir nicht anmaße, zu verstehen, brachte mich zu der Ausbildung zur Fährten-& Mantrailing Trainerin zu. Am Institut für Kynogogik® war ich eine von 12 ersten Anwärterinnen, die diese Ausbildung gemacht haben und es gab nicht ein Wochenende, an dem ich nicht völlig überwältigt war, ob der Dinge die ich da lernen und erleben durfte.

Was für eine wahnsinnige und spannende Welt das doch ist. Vielleicht auch deshalb, WEIL man es nicht ganz nachvollziehen kann, WEIL sich diese Wahrnehmung einem gar nicht richtig erschließt. WEIL diese Arbeit so viel bringen und bewirken kann.

Was Nasenarbeit alles „kann“

Neben der „normalen“ Beschäftigung kann man mit bedürfnis- und beziehungsorientierter Fährten-& Mantrailing Arbeit so viel erreichen:

und „einfach mal“ neben vielleicht täglichen Diskussionen, Auseinandersetzungen und Konflikten, seinen Hund bestaunen und feiern, wenn man gemeinsam ans Ziel gekommen ist!

Im „Vorbeischnüffeln“ hat man noch Schwierigkeiten überwunden, Gefahren passiert und sich gegenseitig Mut gemacht. Was für ein Geschenk.

Was für eine großartige Arbeit

Seit über einem Jahr betreue ich bei Stadt Mensch Hund eine eigene Fährtengruppe, wo sich anfängliche Starter zu pfiffigen und rasanten Suchhunden entwickeln dürfen und es auch immer tun. Das ist mir immer eine riesige Freude.

Dabei wird jedes Team individuell begleitet und ich erkläre dem Menschen, was und wie und warum sein Hund tut, was er tut.

Denn jeder Hund sieht auf der Fährte anders aus, zeigt andere Suchmuster und nähert sich dem Ende / dem Ziel in eigener Art und Weise.

Das alles gibt auch Aufschluss darüber, wie der eigene Hund tickt und erklärt so manch komische Reaktion und Verhaltensweise in anderen Situationen.

Ganz nebenbei ist das eine super ersatzjagdliche Beschäftigung und befriedigt zu einem Teil das natürliche Bedürfnis der Hunde zu jagen (auch ein Gesellschafts- aka Schoßhund ist immer noch ein Hund und trägt diese Veranlagung zu einem Teil in sich).

Auch wenn es nicht mehr um wirklichen Nahrungserwerb geht, suchen Hunde einfach allzu gerne etwas mit ihrer Nase (was unzählige Halter bestätigen können) bzw. ist es eben ein Instinkt, der sich nicht wegdiskutieren, -keksen, -deckeln, -bestrafen lässt! Also tut man doch lieber etwas DAMIT und nicht DAGEGEN.

Mehr als nur „Auslastung“

Der eine mag darin nur eine Auslastung sehen, damit der Hund dann hinterher auch schön kaputt ist- Man hat gehört, Nasenarbeit sei anstrengend. (Zu dem Begriff Auslastung muss ich nochmal einen eigenen Artikel schreiben, das brennt mir unter den Nägeln).

Erschöpfend und anstrengend ist die Nasenarbeit allemal. Mit Glück- und das ist unser Ziel- aber eben auch selbstwirksam, erfüllend und glücklich machend. Sowohl für den Hund als auch für den Menschen!

Und genau aus diesem Grund und weil es mir eine unglaubliche Freude bereitet, für die Teams eine Fährte zu legen, sie zu begleiten, die Entwicklung mitzubekommen, in zufriedene Gesichter zu schauen und „wilde“ und anspruchsvolle Dinge auszuprobieren, habe ich diese Ausbildung gemacht und schlage ich mich jeden Freitag durch die Botanik oder auch urbane Gefilde. Dabei habe ich die einzelnen Teams und ihre Persönlichkeiten und Kenntnisse im Blick und versuche, für alle eine machbare und erfüllende Aufgabe zu stellen, damit sie stolz und mit neuen Erfahrungen nach Hause fahren können.

Auf meiner Website gibt’s dazu noch die Erklärung in (nahezu) „seriös“.

Take Home Message:

Wenn man seine Arbeit gerne macht, ist es dann trotzdem Arbeit?

Ganz bestimmt— und die darf auch entlohnt und erkannt werden!

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