Oder bis jetzt doch eher „exakt bei Fuß“?
Ob es irgendeinen Hundehaltenden gibt, der sich – wenn er nicht ausschließlich zu Feiertagen und am 29. Februar mal anderen Menschen, Hunden, Rädern begegnet – an dem Thema Leinenführigkeit nicht abgearbeitet, als großes Trainingsziel und evtl. unerreichbar wie den Mond eingestuft hat und oft verzweifelt in den Sack hauen wollte? Das gönne ich! Wirklich, das kann ich echt gut. Aber ich wüsste trotzdem gerne, wo der Knopf dafür bei meinem Hund eingebaut ist!
Na gut, ich gebe zu…
Mittlerweile durfte ich ja viel lernen, probieren, scheitern, schütteln, ins Kissen schreien, nochmal versuchen und vor allem verstehen! Dass es nämlich nicht nur um ein Kommando geht, sondern um eine Einstellung, eine Art des Zusammenseins und -lebens, der Struktur, in der man mit dem Hund lebt, die man gestaltet und in dem Rahmen, den man schaffen kann für „mehr Leichtigkeit im Alltag“.
Mein „Slogan“ oder mein Wunsch, mit meiner Arbeit mehr Leichtigkeit in den Alltag meiner KundInnen zu bringen, ist ja keine leere Floskel. Ich meine das absolut ernst! Aber ich weiß auch, dass dazu etwas mehr gehört, als stumpfe Kommandos anzutrainieren, Choreografien einzustudieren und einen 08/15 Trainingsplan abzuarbeiten.
Blablabla
Neneneeee, ich habe mir dafür einen Namen überlegt (eher eine Eselsbrücke, Eyecatcher, oder eben irgendein Wort, das man sich gut merken kann und das ins Auge springt – aber dazu komme ich später) Wenn du allzu neugierig bist, schau doch gleich mal hier (LINK:Angebot FOKUS)
Erstmal möchte ich kurz eine Brücke / Verbindung aufbauen, um dich anzufixen, dich in meine Bubble zu saugen und nicht mehr rauszulassen! Bis du gehirngewaschen bist, total Bock auf meine Angebote und Hilfe hast und dein Algorithmus nur noch meine Beiträge ausspuckt (uih, da habe ich wohl kurz taggeträumt, sorry).
Starre Normen helfen nicht immer
Also, dieses Leinen-Ding ist wirklich recht kompliziert. Denn es braucht eigentlich etwas mehr als ein „bei Fuß“ und an meiner linken Seite, bloß nicht über mein Knie hinaus, immer 32,481 cm hinter mir eingeordnet durch die Welt marschieren.
Ich verstehe, dass es in Prüfungen, in Aktivitäten nach IPO und anderen Regularien immer auf der linken Seite die richtige Position ist – wo kämen wir denn hin, wenn es nicht EINE Regel für alle gäbe, die messbar, sichtbar, punktabzugbar ist (das klingt kätzerischer, als ich es meine).
Vorsicht, Rechtsverkehr
ABER: im Alltag bin ich in Deutschland im Rechtverkehr-System unterwegs und wenn ich nicht möchte, dass mein Hund alles regelt, dann befinde ICH mich zwischen dem entgegenkommenden Reiz und meinem Hund!
Und das führt – sofern sich alle an die Regeln halten – dazu, dass ICH links gehe!
Meine Muskete stört mich zum Glück nicht mehr, die ich sonst immer als Rechtshänder und -schießer über der rechten Schulter trug, haha.
Daher ist heutzutage die Idee, sich dem entgegenkommenden Reiz in „Ich links, Hund rechts“-Formation zu nähern absolut umsetzbar! Und macht in den meisten Fällen eben Sinn.
So, das wäre der erste Punkt von der Liste „Das wurde schon immer so gemacht“, den man mal kritisch hinterfragen kann für unseren Alltag.
Aber es wurde doch schon immer so gemacht…
Ja aber das heißt ja nicht, dass man nichts in Frage stellen darf. Oder dass ein „Schema F“ für alle gültig ist. Doch das muss ich hier nicht weiter ausführen – wenn du hier liest, weißt du das schon längst und denkst ebenso=)
Die Königsdisziplin
Leinenführigkeit wird für mein Empfinden oft wahrgenommen als Königsdisziplin der Hundeerziehung, als DAS Aushängeschild für Gehorsam und vor allem der fleißigen Leistung und des Sachverstandes des Hundehaltenden.
Oder eben genau NICHT, wenn der Hund sich draußen nicht so benimmt, in der Leine hängt, sein Ding macht und den Menschen hinter sich herzieht.
Also trage ich meine Kompetenz und Leistungsbereitschaft oder das Fehlen eben dieser nach außen, exponiere mich bei jedem Spaziergang kritischen Blicken und allzu erfahrenen und weisen Hundeführenden, die mit ihrem Hund nahe der Hosennaht und gerümpfter Nase an mir vorbei stolzieren (kleiner Side Fact: Wenn der Hund von sich aus das gleiche Tempo hat wie der Mensch, dann ist das keine Kunst und kein Trainingsverdienst! Sondern einfach „Glück“).
Sag „Hallo“ zur Emotion…
Und schon wird jeder Spaziergang, der doch eigentlich für alle Beteiligten schön und erholsam sein soll, zu einer emotional aufgeladenen Aufgabe, die es irgendwie durchzuziehen gilt. Scham, Verzweiflung, Sorge, Wut – alles kann dabei sein. Und wir alle wissen, dass man im Affekt nicht gut üben, kommunizieren, agieren und souverän sein kann.
Von den physischen (Schulter, Finger, Stürze, ständiges Würgen am Hals / Kehlkopf, Verspannungen durch dauerhaftes Ziehen am Geschirr…) Auswirkungen auf beide Individuen mal ganz abgesehen. Denn nun bleibt der Hund lieber ganz kurz, damit er nicht so viel Anlauf nehmen kann.
Ich habe vermeintlich mehr Kontrolle zu Lasten meiner Schultern und Hände, aber gleichzeitig auch den Eindruck, dass wir beide weder einen schönen Spaziergang, noch der Hund „Hundesachen“ machen durfte. Frust auf allen Seiten.
Da kann man ja was machen
In den meisten Fällen zumindest (Garantien kann ja niemand geben). Ich habe allerdings eine Idee, was es braucht, um zusammen (relativ) entspannt unterwegs zu sein.
Und ich behaupte, dass ein exklusives Leinenführigkeitstraining als alleinige Methode nicht nachhaltig wirken kann, sondern im Grunde nur ein paar „Tricks“ und Gehorsamsabfragen aneinanderreiht.
Denn es braucht eben schon ein wenig mehr als die isolierte Position und vor allem Einhaltung dieser an des Menschen Seite. Mehrere Faktoren spielen eine Rolle und müssen gesehen und verstanden werden und dann kann es ein „Miteinander unterwegs sein“ geben, was nicht nur anstrengende und einstudierte Schrittfolgen beinhaltet.
Jeder Jeck is´anders
Stimmt auch hier wieder mal absolut. Denn die „Intentionen“ sind sehr unterschiedlich, während sich unterm Strich ein „der zieht immer an der Leine“ nach außen zeigt…
Je nachdem, welche „Methode(n)“ / Techniken du genutzt hast, deinem Hund das Prinzip erklären zu wollen, was er bei der Leinenführigkeit zu tun und zu lassen hat, bist du vielleicht schon an deine Grenzen gekommen, wolltest in den Sack hauen und hast dir die Haare gerauft.
Wenn nicht, gönn ich es dir von Herzen, ich bin nämlich nicht neidisch. Aber wie zum Teufel hast du das hinbekommen??? Gerne PN an mich, haha.
Persönlich und individuell hilft vielleicht am besten
Unterschiedliche Persönlichkeiten, Emotionen, Erfahrungen, Lebensräume etc. machen es schwer, die EINE Lösung und Methode zu finden.
Und deshalb muss ich jetzt hier auch aufhören zu schreiben, denn es würde wahrlich Bücher füllen, diese vielen Parameter zu beleuchten.
Ich würde dich und deinen Hund sehr gerne kennenlernen und auf dem Weg zum entspannten Spaziergang und mehr Freude an euch und euren Abenteuern begleiten und mit dir zusammen herausfinden, welche Themen es euch so schwer machen, einfach auch mal nebeneinander herzutrotten. Das kann nämlich auch sehr entspannend sein (Menschen mit einem Hund auf Dauerstrom träumen davon 😉 Schau doch gerne hier mal nach – ich begleite euch gerne auf eurem Weg.
Take Home Message:
„Komm, ich nehme dich an die Hand“
Das Mindset kann entscheidend sein!!!
„FOKUS“