FOKUS

Weiter geht’s mit Part II der Abkürzungen

F und O haben wir im Sack. Wofür steht denn nun der Rest? Kommando, Konditionierung, Konsequenzen, Kummerkasten, Kugelgelenk in der Schulter Kaputt, Komm´ hier gerade gar nicht klar, Kompletter Mist alles, Können wir schon, Kein Bock mehr….

„Komma bei mich bei“

Dann erzähl ich dir, was ich meine=) das K steht für Kompetenz – sowohl deine als auch die deines Hundes.

Als kompetent gilt doch, wer alles im Griff hat. Immer eine Lösung parat, meistens eine Antwort wissend und sich am besten auch nicht so schnell aus der Ruhe bringen lassend.

Man ist vorausschauend, besonnen, souverän, freundlich, sozial gerecht.

Also jemand, an dem man sich orientiert, von dem man sich auch gerne mal durch Situationen führen lässt.

Ach guck, das ist ja interessant. Haben wir hier doch schon zwei der Schlagworte untergebracht.

Denn ein kompetenter Partner, Kollege, Freund…ist gut an meiner Seite zu wissen – vor allem in Sicherheitsfragen (um die es in sehr vielen, wenn nicht den meisten Fällen geht). Dann kann man sich doch entspannt zurücklehnen, wenn man weiß, dass alles geregelt wird.

Das gilt auch für Hunde. Viele ungeliebte Verhaltensweisen resultieren aus der Annahme, dass sie Situationen regeln müssen. Und das tun sie eben auf ihre Art- welche meist nicht unseren gesellschaftlichen Vorgaben und Werten entspricht.

Fassen wir kurz zusammen

Der Mensch als kompetente Führungsperson, an der sich der Hund orientieren kann, ist nahezu der wichtigste Parameter, um ein entspanntes Miteinander an der Leine leben zu können. Denn das kann so vieles beeinflussen, was der Hund auch an Persönlichkeit und Erfahrungen mitbringt. Ängstliche, reizüberflutete, wütende, jagende, zu neugierige Hunde…alle profitieren davon und werden sich lieber einsortieren und die Vorgaben des Menschen akzeptieren und im Idealfall auch hilfreich finden.

Und jetzt noch das „S“

Das Und ist nur ein Füllwort, aber das „S“ superwichtig, denn das steht für Sicherheit. Und die gebe ich als Mensch meinem Hund, wenn ich oben genannte Punkte (u.a.) wahrnehme, verstehe und versuche zu verinnerlichen.

Ich erwähnte schon in den ersten Beiträgen, dass eines der Grundbedürfnisse das Bedürfnis nach Sicherheit ist. Und da schließt sich der Kreis, bzw. erklärt sich der Name FOKUS.

Durch die Einstellung alleine wird es nicht automatisch „funktionieren“.  

Natürlich muss man dem Hund erklären, was man von ihm möchte und wie sich das anfühlen soll. Vermutlich wird es auch nicht mal eben erledigt sein. Denn das „neben mir gehen“ ist nicht ein Signal das isoliert ausgeführt werden kann. Es kommt einiges zusammen, wie der Hund sich verhalten „soll“.

JA ist doch besser als NEIN

Je mehr man sich selbst um den FOKUS bemüht, desto eher versteht man, wo die Schwierigkeiten liegen können. Es öffnet dem Hund den Weg sich anzuschließen und von sich aus gemeinsam unterwegs sein zu wollen.

Das wiederum bedeutet, der Hund kann mehr erwünschtes Verhalten zeigen als nur davon abgehalten zu werden, was er NICHT tun soll.

Ja, nicht nur der Hund muss üben und Dinge lernen. Auch wir, und das ist nur gerecht, müssen schauen, was die Beziehung braucht.

Und auch wir müssen uns anstrengen, etwas umzusetzen, das uns vielleicht nicht gerade in die Wiege gelegt wurde. Das gehört in einer sozialen Beziehung einfach dazu.

Lass uns gerne zusammen herausfinden, was die Orientierung an der Leine bei euch womöglich so herausfordernd macht.

Take Home Message: 

„Gemeinsam gehen heißt nicht, immer denselben Schritt zu machen – sondern dieselbe Richtung zu wählen.“

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